Abwasserreinigung

­Zwei zentrale Kläranlagen, eine kommunale und eine industrielle, sorgen in Basel-Stadt für die Reinigung der gesamten Abwässer des Kantons. Die ehemalige industrielle ARA Steih wurde stillgelegt und das Abwasser wird neu in die ARA Chemie auf Schweizer Seite geleitet. Von den Kläranlagen in Basel-Landschaft sind insbesondere die ARA Birs , die ARA Laufental/Lüssertal, sowie die Industriekläranlage ARA Rhein hervorzuheben. Insgesamt arbeiten alle Kläranlagen gut. Es werden jedoch immer noch diverse unerwünschte Stoffe in die Gewässer abgegeben.
 
Restbelastung der Gewässer durch die Kläranlagen in BS und BL
Anschaulich dargestellt werden kann die Restbelastung der Kläranlagenausläufe durch die nicht abgebaute organische Belastung der gereinigten Abwässer. Diese gelangen mit dem Auslauf in die verschiedenen Vorfluter, die Gewässer. Das Mass für diese organische Restbelastung ist der «gelöste organische Kohlenstoff» (DOC).
 

178‘000 kg pro Jahr komm. ARA BL


624‘000 kg pro Jahr ARA Rhein (inkl. Kommunalteil)


292‘000 kg pro Jahr ARA Basel


27‘000 kg pro Jahr ­­­­­ ARA Chemie BS


- ARA Chemie



Die Entwicklung des DOC der Abwasserreinigungsanlagen der beiden Kantone

Nicht abbaubare organische Verbindungen in Fliessgewässern eine Gefahr?
Mit dem kommunalen und gewerblichen Abwasser und anderen Quellen wie z.B Landwirtschaft gelangen trotz gutem Ausbaustandard der Abwasserreinigung immer noch unzählige Substanzen in die Gewässer, welche in den Kläranlagen nicht abgebaut werden können. Dazu zählen die Medikamente wie z.B. Antibiotika und unzählige Produkte des täglichen Gebrauchs, vom Reinigungsmittel bis zu diversen Körperpflegeprodukte. Zwar sind die nachgewiesenen Konzentrationen in Oberflächengewässern für die menschliche Gesundheit nach heutigen Erkenntnissen unbedenklich. Aufgrund ihrer teilweise hormonaktiven Eigenschaften, konnten jedoch bei Wasserlebewesen bereits in tiefen Konzentrationen «unerwünschte Nebenwirkungen» beobachtet werden. So wurden aufgrund des starken Rückgangs der Fischpopulationen in der Schweiz, im Rahmen des Projektes «Fischnetz» die Ursachen erforscht. Dabei wurde festgestellt, dass die strukturellen Veränderungen der Fliessgewässer und persistente, in den Abwasserreinigungsanlagen nicht abbaubare Stoffe, negative Auswirkungen haben und die Fische schädigen. Einerseits wurden diesbezüglich hormonelle Einflüsse und andererseits Organschädigungen bei den Fischen durch Industriechemikalien und Medikamente vermutet. In Bezug auf die Wirkung dieser Stoffe, welche durch Einleitung der gereinigten Abwässer und Oberflächenabschwemmungen aus den Abwasserreinigungsanlagen in die Fliessgewässer gelangen, steht die Forschung noch am Anfang. Sicher ist, dass diese Stoffe auch in das Trinkwasser gelangen, wenn sie nicht durch aufwändige Reinigungsverfahren aus dem Abwasser eliminiert werden.  
Aufgrund einer absehbaren Änderung des Gewässerschutzgesetzes werden künftig auf bestimmten ARAs die Mikroverunreinigungen eliminiert werden müssen. Die Planungen dazu laufen bereits.

 

Schwermetallfrachten der Kläranlagen in BS
Erfreulich ist der kontinuierliche Rückgang der Schwermetallfrachten der Kläranlagen in Basel-Stadt. Damit kann der Vertrag mit Rotterdamm, durch den im gesamten Rheineinzugsgebiet die Schwermetallemissionen reduziert werden sollen, mehr als eingehalten werden.