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Boden

Übersicht
Böden sind eine unter unseren Füssen verborgene Ressource. Wir nehmen sie kaum wahr, obwohl wir sie brauchen. Böden sind Standort für unsere Siedlungen und Infrastruktur, sie sind eine Senke für CO2, sie ermöglichen das Wachstum von Pflanzen und sind Lebensraum für unzählige Organismen, sie reinigen Wasser, speichern es und reichern das Grundwasser an.
Die Umwelt- und Ressourcenpolitik in der Region muss darauf hin arbeiten, eine ausreichende Bodenfläche mit gesunden Böden für kommende Generationen zu erhalten. Dabei sind verschiedene Politikbereiche sehr bodenrelevant. Erwähnt seien die Raumordnung (haushälterische Bodennutzung), die Mobilität (Flächenverbrauch, Schadstoffe), die Ver- und Entsorgung (Flächenbeanspruchung, Schadstoffe), die Land- und Forstwirtschaft (Bodennutzung, mechanische Beanspruchung, Schadstoffe) oder die Freizeitgesellschaft an sich (Flächenverbrauch und -beanspruchung, Verdichtung, Schadstoffe).
Die Umwelt- und Raumplanungsämter der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sorgen zusammen mit vielen Akteuren für die Umsetzung bodenerhaltender und bodenschonender Massnahmen. Sie setzen dabei je nach Bodenproblem angepasste Lösungsstrategien ein.



Böden – wichtiger Teil unseres Lebensraumes


Zwischenbilanz
Die Politik der kleinen Schritte sowie der Sensibilisierung und des aktiven Miteinbezugs von wichtigen Akteuren für einen nachhaltigen Umgang mit Böden und Bodenfläche zeigt durchaus Wirkung. Es sind Erfolge erkennbar. Das Wissen um die Beschränktheit und die Empfindlichkeit der Ressource Boden hat zugenommen und hat in Teilbereichen bodenfreundliches Handeln ausgelöst.
 
Erfolge sind erkennbar im vorsorglichen Vermeiden von Belastungen mit Schadstoffen, im Umgang mit bereits schadstoffbelasteten Böden, im Umgang mit Boden beim Bauen und bei temporärer Inanspruchnahme von Böden. Hier sind Private sowie Bau- und Landwirtschaft Hauptakteure.
 
Zurückhaltender fällt die Beurteilung aus bezüglich der physikalischen Belastung von Böden (Erosion und Verdichtung). Die Trends der Mechanisierung in der Land- und Forstwirtschaft oder die Entwicklung der Flurgestaltung mit sehr grossen Feldern könnten sich – sofern nicht durch Begleitmassnahmen eingegrenzt – zunehmend negativ auf die Böden auswirken.
 
Eine gemischte Bilanz gilt bezüglich des haushälterischen Umgangs mit der Bodenfläche. So ist der Verbrauch an Bodenfläche durch Überbauung weiter gegangen, wenn auch verlangsamt. Demgegenüber ist die befürchtete Aufweichung der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet bisher nicht eingetreten. Erfreulich ist die Tendenz zum Flächenrecycling bei Industrie und Gewerbe wie auch die Umnutzung von freiwerdenden Arealen, etwa die Konvertierung von Bahnarealen in Wohn- und Gewerbegebiete.
 
Zukunft
Die Anstrengungen zur Erhaltung einer ausreichenden Bodenfläche (quantitativer Schutz) mit gesunden Böden (qualitativer Schutz) werden weiter zu führen sein. Die haushälterische Nutzung des Bodens wird weiterhin auf dem Prüfstand stehen. Schlüssel zur Erhaltung der Bodenfläche wird sein, ob es gelingt, den Flächenverbrauch vom Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung zu entkoppeln. Nur dann wird eine weitere Verlangsamung des Verbrauchs an Bodenfläche möglich sein. Ergänzend sind Siedlungsgebiete – wo sinnvoll – zu verdichten, Flächen durch Entsiegelung aufzuwerten und Freiflächen zu erhalten.
 
Dieser Schritt müsste unserer Einschätzung nach mit der Überführung der bisherigen Umwelt- und Raumordnungspolitik in eine eigentliche Ressourcenpolitik verbunden werden.
 
Bezüglich der Erhaltung gesunder Böden werden die vorsorgende Begrenzung physikalischer Belastungen sowie die Bündelung und Begrenzung temporärer Inanspruchnahme von Böden im Vordergrund stehen. Massnahmen wie Nutzungsempfehlungen oder -einschränkungen werden auf bestimmten Flächen zur Abwehr von Gefahren für Mensch und Umwelt weiterhin nötig sein.