Energieeffizientes Bauen

Gut die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs entfällt auf die Erstellung, den Betrieb und den Unterhalt von Bauten. Der Gebäudebereich zählt zur Kernkompetenz der kantonalen Energiefachstellen, so sieht es die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen vor. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Kantone, wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen.

 

Der Energieverbrauch der neu erstellten Bauten nimmt Dank der Einführung von Energiegesetzen seit ca. 1985 kontinuierlich ab. Einen wichtigen Beitrag haben die Haustechnikvorschriften geleistet, welche vorab bei den Wärmeerzeugern zu besseren Wirkungsgraden der Energienutzung geführt haben. Andererseits haben laufend verbesserte Wärmedämmvorschriften zu dieser Reduktion beigetragen. Dieser Trend wird durch die aktuellen Energieverordnungen der beiden Kantone unterstützt, die zu den strengsten in der Schweiz gehören. Die grosse Herausforderung der Zukunft ist allerdings die Sanierung des bestehenden Gebäudeparks. Ein Gebäude wird erfahrungsgemäss nur in Abständen von ca. 30 Jahren gesamterneuert. Den Grossteil des Energieverbrauchs der Bauten verursachen die Gebäude mit Baujahr vor ca. 1985. Diese müssen systematisch umfassend energetisch modernisiert werden, wenn die Umweltziele erreicht werden sollen.



Heizenergieverbrauch Wohnbauten Kanton Basel-Landschaft und Basel-Stadt


Wer clever baut, kann ansprechende Architektur mit geringem Energieverbrauch kombinieren. Ein Gewinn für alle.


Baustandards
Als Basisstandard für den Wärmeschutz von Bauten gelten die Anforderung gemäss Energiegesetz und Energieverordnung. Dieses «Minimum an Wärmeschutz» ist Pflicht und bei der Baubranche kaum bestritten. Der Kanton Basel-Landschaft führte 1994 den Niedrigenergiehaus-Standard ein. Dieser wurde erreicht, wenn der Heizenergiebedarf unter 50% des gesetzlich vorgeschriebenen Wertes lag. Seither konnten über 250 Projekte in der Region realisiert werden. Ca. 1997 wurde gesamtschweizerisch der MINERGIE-Standard eingeführt. Dieser beruht auf Freiwilligkeit und hat nebst einer Komfortsteigerung eine weitere Energieeinsparung gegenüber dem gesetzlich vorgeschriebenen Standard zur Folge. Im Jahre 2002 begannen die beiden Kantone wiederum als erste in der Schweiz den Passivhaus-Standard, welcher in Deutschland entwickelt wurde, finanziell zu unterstützen. Dies führte dazu, dass MINERGIE diesen Standard neu als MINERGIE-P-Standard aufnahm und dieser damit eine gesamtschweizerische Verbreitung erreichte. Dieser Baustandard wird auch als 2000-Watt-Gesellschaft-tauglich beschrieben. Im April 2008 wurden die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) in Kraft gesetzt, die schweizweit eine weitere Verschärfung der Energieverordnungen ermöglichen. Die resultierende Energieverordnung wurde in BL am 01.07.2009 in Kraft gesetzt, in BS am 01.01.2010.


Links:
Energie und erneuerbare Energie in BL und BS:
www.energie.bs.ch
www.energie.bl.ch