Fliessgewässer

Fliessgewässer sind wichtige Landschaftselemente. Sie stehen jedoch unter einem enormen Nutzungsdruck. Dieser wirkt sich vielerorts negativ auf die Qualität des Lebensraums, die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und das Selbstreinigungspotenzial der Gewässer aus. Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren bestehen nach wie vor Defizite mit entsprechendem Handlungsbedarf.

 


Nutzung der Wasserkraft an der Birs: Kraftwerk Dornachbrugg


Birs bei Regenwetter: Entlastung der Kanalisation


Fliessgewässer dienen der Energiegewinnung, der Brauch- und Trinkwasserversorgung, der Entwässerung von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen sowie der Naherholung. Siedlung, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Verkehr lassen den Gewässern oft wenig Raum. Dieser Nutzungsdruck führt zu mehr oder weniger starken Beeinträchtigungen der Fliessgewässer. Im Sinne der Vorsorge und um eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten, ist es daher notwendig, Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen.
 
Im Rahmen der regelmässigen Überwachung der Gewässerqualität untersuchen die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft periodisch verschiedene Bereiche wie z.B. die Gewässerstruktur, die Wasserchemie und die Lebensgemeinschaften der Gewässer. Dabei stehen die Entwicklung des Gewässerzustands, die Ermittlung von Defiziten und das Einleiten von Verbesserungsmassnahmen im Vordergrund.

 


Naturnaher Abschnitt der Lützel bei Röschenz


Verkehrswege kreuzen die Birs bei St. Jakob


Durch Revitalisierung steigt der Erholungswert eines Gewässers. Auch die Fähigkeit zur Selbstreinigung nimmt zu. Damit kann indirekt auch die Wasserqualität verbessert werden. In den vergangenen fünf Jahren sind im Rahmen von Hochwasserschutzmassnahmen zahlreiche lokale Verbesserungen erzielt worden. Dennoch ist der Handlungsbedarf nach wie vor gross: Viele Gewässer sind noch stark verbaut. Der Anteil an naturnah gestalteten Gewässerstrecken ist in beiden Kantonen gering.
 


Renaturierter Abschnitt der Wiese


Dank Anstrengungen im Gewässerschutz bei Industrie, Gewerbe, der öffentlichen Hand und im privaten Bereich konnte die Wasserqualität unserer Fliessgewässer in den letzten fünf Jahren auf einem insgesamt zufriedenstellenden Niveau gehalten werden. Die Belastung der Gewässer mit schwer abbaubaren Mikroverunreinigungen nimmt jedoch zu. Diese gefährden das Trinkwasser, da sie bei der Versickerung von Oberflächenwasser ins Grundwasser nicht immer zurückgehalten werden.
Die Fischfauna in unseren Fliessgewässern entspricht nicht naturnahen Verhältnissen. Mit Revitalisierungen, gezielten Fördermassnahmen und einer angemessenen fischereilichen Bewirtschaftung sollen künftig die Bedingungen für alle Fischarten verbessert werden.
 


Abfischung in der Birs bei St. Jakob zwecks Bestandeskontrolle


Die Lebensgemeinschaft der in der Gewässersohle lebenden Kleintiere ist ein wichtiger Zeiger für zivilisatorische Belastungen des Gewässers. Daneben ist sie auch die wichtigste Nahrungsgrundlage für Fische. Dank den Anstrengungen zur Gewässerreinhaltung und lokalen strukturellen Aufwertungsmassnahmen hat sich die Zusammensetzung dieser Organismen in den letzten Jahren vielerorts positiv entwickelt.