Gesamtenergieverbrauch

Der Endenergieverbrauch nahm von 1990 bis 2004 in Basel-Stadt ab und in Basel-Landschaft zu. Bis 2010 bewegte sich der Verbrauch in BL auf gleicher Höhe, in BS war eine Zunahme zu verzeichnen. Der Verbrauch pro Einwohnerin und Einwohner blieb in der Betrachtungsperiode in beiden Kantonen nahezu konstant, erfreulicherweise auf einem tieferen Niveau im Vergleich zum schweizerischen Mittel.


 
Der Energieverbrauch ist eines der Schlüsselthemen, wenn es um die Frage der Nachhaltigkeit geht. Der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft dauert Jahrzehnte und setzt eine umfassende Betrachtung nicht nur des eigentlichen Energieverbrauchs voraus, sondern auch folgender Fragen: Effizienzsteigerung, Einsatz von Energieform und Energieträger, (wahre) Kosten der Energie, Ökologie (CO2), erneuerbare Energieträger, Energieforschung etc. Die notwendigen politischen Instrumente wie Energieleitbild, Vollzugs- und Förderpolitik sind langfristig auf Nachhaltigkeit auszurichten und laufend anzupassen.

 

Die Halbkantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben sich 2008 zum Ziel gesetzt, die Methodik der Energiestatistik auf eine gemeinsame methodische Basis zu stellen. Die Resultate liegen für das Jahr 2010 vor und werden voraussichtlich im Herbst 2014 zusammen mit der Statistik für das Jahr 2012 publiziert.
In Basel-Stadt hat der Endenergieverbrauch von 1990 bis 2004 um rund 20% abgenommen, seit dem Jahr 2000 noch um 3%. Für das Jahr 2010 ist gegenüber 2004 eine Steigerung des Endverbrauchs von 9% festzustellen. Ob diese Zunahme real ist oder dem „statistischen Bruch“ zuzuordnen ist, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, wenn die neue Methodikbasis wiederholt zur Anwendung gekommen ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich seit 1995 kaum verändert. Einem sinkenden Verbrauch an Nutzwärme steht ein  steigender Elektrizitätsbedarf gegenüber. Dieser stagnierte von 1995-2000 annähernd, nahm dann aber <xml> </xml>bis 2004 jährlich um rund 2% zu. Der Anstieg bis 2010 hat sich hingegen abgeschwächt auf unter 1% pro Jahr.


 
In Basel-Landschaft nahm der Endenergieverbrauch von 1990 bis 2004 um 9% zu. Seither ist er konstant. Der Energieverbrauch pro Einwohnerin und Einwohner blieb bis 2014 nahezu konstant. Die steigenden Bedürfnisse der Bevölkerung – sei dies wegen mehr Wohnfläche, mehr Geräten usw. – konnten offensichtlich durch effizientere Energienutzung kompensiert werden.


Wärme
Der absolute Verbrauch von Brennstoffen für die Beheizung der Bauten und für das Warmwasser hat in Basel-Landschaft jährlich ca. 1% zugenommen . Seit 2004 stagniert er sozusagen. Da der Gebäudebestand – und damit der Bedarf an Wärme – in der gleichen Zeitperiode um weit über 10% zugenommen hat, wäre der Wärmeverbrauch stärker angestiegen, wenn die Effizienz der Energienutzung bei den Bauten nicht verbessert worden wäre. Diese erfolgreiche Bilanz ist primär auf Gebäudesanierungen und Erneuerung von alten Heizungsanlagen zurückzuführen.

 


Die meisten bestehenden Bauten weisen wärmetechnisch erhebliches Verbesserungspotential auf.

In Basel-Stadt zeigt sich ein analoges Bild; allerdings in Form einer kaum noch wachsenden Energiebezugsfläche gegenüber einem stark sinkenden Verbrauch an Heizenergie, der von 1990 bis 2010 um rund 30% abgenommen hat.

 

Elektrizität

Der Elektrizitätsverbrauch stieg in Basel-Landschaft jährlich um ca. 1% stetig an. In Basel-Stadt stagnierte er bis 2000 praktisch und nahm seither jährlich um 1.4% zu. Hauptgründe dürften neben Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum die allgemein zunehmende Technisierung am Arbeitsplatz und in den Hauhaltungen, der vermehrte Einsatz von Geräten mit Stand-by-Verlusten sowie die Zunahme an Wärmepumpen und Geräten der Klimatechnik sein (Kälteerzeugung) Einem stagnierenden oder gar sinkenden Elektrizitätsbedarf in der Verbrauchergruppe «Industrie» steht ein markant steigender  Stromverbrauch in den Gruppen «Haushalt» und «Gewerbe/Dienstleistung» gegenüber



Veränderungen Stromverbrauch seit 1990

Verkehr
Der Verbrauch für den öffentlichen Verkehr stagnierte seit 1990 nahezu. Die starke Verbrauchszunahme beim Individualverkehr, die in BL von 1990-2000 noch 2% jährlich betragen hatte, konnte gestoppt und in ihr Gegenteil verkehrt werden. Von 2000 bis 2010 hat der Treibstoffbedarf um 6% abgenommen. In BS hat sich der Treibstoffbedarf seit 1990 kaum verändert.
Links:
Statistiken Energie und erneuerbare Energie:
www.energie.bs.ch
www.statistik.bl.ch