Kataster belasteter Standorte

Um das Risiko des in vergangenen Jahrzehnten sorglosen Umgangs mit umweltgefährdenden Stoffen abschätzen zu können, werden von den Kantonen die belasteten Standorte identifiziert und in einem Kataster erfasst.

 


Maschinensaal eines metallbearbeitenden Betriebes (Quelle: Joppen und Pita AG, Basel)

Das Bundesgesetz über den Umweltschutz verpflichtet die Kantone zur umfassenden Erhebung von «belasteten Standorten», d.h. von Standorten, die durch frühere Ablagerungen, Unfälle oder industrielle Tätigkeiten mit Schadstoffen belastet sind. Diese Standorte müssen in einen Kataster aufgenommen werden, der öffentlich zugänglich ist, d.h. er kann von jeder Person eingesehen werden. Damit sollen z.B. Personen, die ein Grundstück erwerben wollen, die Möglichkeit erhalten, sich ohne grossen Aufwand über das Wesentliche zu informieren. Der Kataster vermittelt aber auch den aktuellen Grundstücksinhabern sowie allfälligen Mietern objektive Informationen über den Zustand des Grundstücks, die bereits getroffenen Massnahmen und beabsichtigte Vorkehrungen.
 
Die Umweltbehörden haben die systematische Erfassung der belasteten Standorte abgeschlossen. Im Kanton Basel-Stadt sind sämtliche Standorte im Kataster abschliessend bewertet, d.h. es ist untersucht, ob diese Standorte überwachungs- oder sanierungsbedürftig sind.
 
Der Kataster der belasteten Standorte ist ein dynamisches Instrument. Nach Untersuchungen oder Baumassnahmen werden Standorte neu beurteilt und können allenfalls nach dem Sauberkeitsnachweis teilweise oder ganz gelöscht werden. So konnten inzwischen in Basel-Landschaft rund 170 Standorte aus dem Kataster gelöscht werden.

Im Kanton Basel-Landschaft sind  rund 1‘400 belastete Standorte im Kataster eingetragen, davon sind knapp 600 Standorte ohne Untersuchungsbedarf und knapp 500 Standorte mit Untersuchungsbedarf eingestuft. Durch Untersuchungen wurde bei rund 318 Standorten bereits festgestellt, dass dort weder ein Überwachungs- noch Sanierungsbedarf vorliegt. Rund 18 Standorte müssen zur Zeit überwacht und 54 Standorte (davon etliche Schiessanlagen) saniert werden. Bei rund 100 Standorten ist die Erstbeurteilung noch in Bearbeitung und sie sind deshalb  noch nicht rechtskräftig im Kataster eingetragen.