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Fachberichte > Klima

Klimaschutz: die grosse Herausforderung

Wir erwärmen die Atmosphäre unseres Planeten Erde durch die Anreicherung mit treibhauswirksamen Gasen. Gletscher und polare Eismassen schmelzen ab, Meeresspiegel steigen, extreme Wetterereignisse werden häufiger. Die Schweiz mit ihrem Gebirgsökosystem ist stark von der Erwärmung betroffen. Damit die Erwärmung nicht drastische Folgen für Mensch und Umwelt haben wird, darf die globale Durchschnittstemperatur nicht mehr als 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen. Treibhausgas-Emissionsreduktionen sind dringend nötig. Die beiden Basler Halbkantone übernehmen Verantwortung und setzen Wegzeichen für eine lokale Klimaschutzpolitik.



Abb. 1: Temperaturentwicklung für drei verschiedene Emissionsszenarien gemäss neuen Klimaszenarien CH2011 (Quelle: C2SM, MeteoSwiss, ETH, NCCR Climate, OcCC)

Das Klima wandelt sich global. Ausgelöst wird der Wandel durch menschenverursachte Treibhausgase, die zur Erwärmung der Erdatmosphäre führen. In den letzten hundert Jahren (1906-2005) hat sich die globale Durchschnittstemperatur um 0.74° C erhöht. In der Schweiz stieg die Jahresdurchschnittstemperatur seit Messbeginn 1864 bis 2011 sogar um 1.7°C an. In der Schweiz ist somit ein stärkerer Temperaturanstieg zu verzeichnen, sowohl im Vergleich zum globalen Mittel als auch im Vergleich zur Landoberfläche der Nordhalbkugel. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Strömungen in der Atmosphäre und in den Ozeanen nicht in allen Regionen der Erde gleich sind.
Infolge der langen Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre (rund hundert Jahre) sind die derzeitigen weltweiten CO2-Emissionen pro Jahr grösser als ihr natürlicher Abbau. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nimmt somit laufend zu und die Klimaerwärmung wird sich weiter fortsetzen. Die neuen Klimaszenarien CH2011 prognostizieren für die Schweiz gegenüber heute je nach Emissionsszenario eine Temperaturerwärmung von 0.5 bis 3.6°C bis 2060.
 
Klimaschutzpolitik in der Schweiz ist in erster Linie CO2-Reduktionspolitik: 85% der Klimagase in der Schweiz stammen aus der Verbrennung der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas. Unsere gegenwärtige Lebens- und Wirtschaftsweise basiert wesentlich auf diesen Energieträgern. Sowohl bei den Brennstoffen als auch bei den Treibstoffen sind sie nicht kurzfristig aus den Versorgungsystemen wegzudenken.
 
Die Herausforderung ist für alle Akteure gross - Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Beim Klimaschutz sind alle Staatsebenen gefordert - international, national, kantonal und kommunal.
 
Wichtige Instrumente der kantonalen Klimapolitiken in Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind die Energiestrategie 2012 für den Kanton Basel-Landschaft, die Energiegesetze, der Luftreinhalteplan beider Basel sowie die raum- und verkehrsplanerischen Instrumente «Kantonaler Richtplan» und «Agglomerationsprogramm Basel». Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft ist zu einem Leitmotiv der lang- und mittelfristigen Politikpläne in beiden Basel geworden. Zusätzlich ist Basel-Stadt Mitglied beim beim KlimaBündnis. In der D, F, CH grenzüberschreitenden Zusammenarbeit haben die Regionen am Oberrhein ihre Klima- und Energiestrategie im Juni 2013 neu formuliert. Sie verstärken ihre Zusammenarbeit für eine gemeinsame Energiewende. 
 
Auf Bundesebene diente das ehemalige CO2-Gesetz als rechtliche Grundlage zur Umsetzung der internationalen Verpflichtung, welche die Schweiz im Kyoto-Protokoll einging. Ziel war, die CO2-Emissionen um 10% bis 2010 gegenüber 1990 zu verringern. Das neue, revidierte CO2-Gesetz schreibt eine Reduktion der CO2-Emissionen von 20% bis 2020 gegenüber 1990 vor.
 
Um die Klimaerwärmung auf globaler Ebene auf 2°C zu begrenzen, sind die Treibhausgasemissionen bis 2050 gegenüber 1990 um mehr als 50 % zu reduzieren. Von einer klimastabilen, globalisierungsfähigen Lebens- und Wirtschaftsweise sind wir momentan also noch weit entfernt.
 
Ergänzend zur Klimaschutzpolitik, bei der die Verringerung der Treibhausgasemissionen im Zentrum steht, ist die Anpassungspolitik angelaufen, bei der nach Lösungen für die Anpassung an nicht mehr vermeidbare Klimaveränderungseffekte gesucht wird.
 
 

Links:
Fachrat der UNO für Klimafragen
www.ipcc.ch
 
Beratendes Organ für Fragen der Klimaänderung der Schweiz
www.occc.ch

Klimaportal des wissenschaftlichen Forums ProClim
www.proclim.ch
 
Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz CH2011
www.ch2011.ch/de
 
Daten und Grafiken zum Schweizer Klima
http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima.html
 
Klimapolitik der Schweiz
www.umwelt-schweiz.ch/klima
 
Europäisches Klimabündnis
www.klimabuendnis.org
 
Schweizerisches Klimabündnis
www.klimabuendnis.ch
 
Berichte: Folgen des Klimawandels im Kanton Basel-Stadt
Klimabericht
 
Berichte: Klimaschutz am Oberrhein
http://www.oberrheinkonferenz.ch
 
Tochtergesellschaft der IWB und von ecos. Gesamtlösungen für den Klimaschutz: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Kompensation.
http://www.compensate.ch
 
Berechnung des persönlichen CO2-Ausstosses
http://www.ecospeed.ch
 
Freiwillige Kompensationsmöglichkeiten für Treibhausgasemissionen
http://www.myclimate.ch
 
Hamburger Bildungsserver, Thema Klimawandel
http://bildungsserver.hamburg.de/klimawandel