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Fachberichte > Lärm

Lärm


In der Berichtsperiode wurden beim Lärmschutz Erfolge erzielt, zum Beispiel bei der Sanierung der Schiessanlagen, bei der Bekämpfung des Industrie- und Gewerbelärms, mit leiserem Rollmaterial der Bahnen und mit leiseren Triebwerken sowie besserer Auslastung der Flugzeuge. Die Erhöhung der Anforderungen an die Schalldämmung der Gebäude bringt mehr Komfort für die zukünftigen Bewohner

Die Fortschritte im Lärmschutz werden durch eine Mengenausweitung auf Seiten der Verursacher wieder in Frage gestellt. Die Mobilität steigt noch immer. Die Reifen werden immer breiter und die Fahrzeuge immer schwerer und damit lauter. Der Verkehr auf der Nationalstrasse weist jährliche Zuwachsraten im Prozentbereich auf. Der Wohnungsbau boomt vor allem in den Agglomerationsgemeinden. Die Arbeitsplätze sind und entstehen in der Stadt und den umliegenden Gemeinden mit attraktiven Industrie- und Gewerbearealen. Die Arbeitgeber pochen trotz guter ÖV-Erschliessung auf möglichst grosse Parkplatzangebote. Die Folge sind teure Nachsanierungen durch Lärmschutzbauten entlang der Hochleistungs- und Hauptverkehrsstrassen und Schallschutzfenstereinbauten bei den übrigen Strassen in Millionenhöhe. Die Wunden können damit jedoch nur unvollständig geheilt werden. Abwanderung in attraktivere Wohnlagen – zumeist auf dem Lande – sind die Folge. Der Teufelskreis dreht sich munter weiter.
 
Trotzdem nehmen die Nutzungskonflikte nicht ab sondern zu. Mischzonen (Wohnen und Arbeiten) wandeln sich immer mehr in Wohn- und Unterhaltungszonen. Das bringt kaum lösbare Konflikte. Wo früher der Handwerker, der Ladenbesitzer und die Quartierbeiz in friedlicher Koexistenz mit der Anwohnerschaft ihren Geschäften nach gingen, entstehen dort heute Bars, Diskotheken, Take-Away's und in ihre Nachbarschaft ziehen urbane Menschen in ein Loft wo früher Kleingewerbler arbeiten oder in die luxuriös renovierte Altbauwohnung in multikultureller Umgebung. Das geht solange gut bis beide – Barbesitzer und Loftbewohner – merken, dass sie sich das urbane Leben etwas anders vorgestellt haben. Auch der Loftbesitzer will einmal schlafen, jedoch der Barbetreiber stellt sich einen 24-Stundenendlosbetrieb mit viel, viel Musik und Fun vor. Neben der Symtombekämpfung durch Lärmschutzmassnahmen wäre hier die Raum- und Zonenplanung gefordert für Entflechtung zu sorgen.