Lärmschutz und Raumplanung

Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten muss bei planerischen Vorhaben der Lärmschutz von Beginn an beachtet werden. Sowohl bei der Umnutzung von industriellen Arealen in Wohnnutzungen als auch bei der Errichtung von publikumsintensiven Anlagen sowie der Bebauung von Parzellen an Lagen mit einer erheblichen Lärmbelastung muss die Planung mit den Anforderungen der Lärmschutz-Verordnung in Einklang gebracht werden.

 

Anforderungen an neue Nutzungen an Standorten mit einer bestehenden Lärmbelastung
Gemäss dem Umweltschutzgesetz (USG) und der Lärmschutz-Verordnung dürfen neue Bauzonen nur dort ausgeschieden werden, wo die Planungswerte (PW) eingehalten sind, bzw. dort wo diese durch gestalterische oder bauliche Massnahmen eingehalten werden können. Diese Anforderungen gelten auch bei bereits bestehenden, aber noch nicht erschlossenen Bauzonen. Sind die Planungswerte an einer solchen, noch nicht erschlossenen Parzelle überschritten, müssen Lärmschutzmassnahmen getroffen werden oder die Bauzone (oder Teile davon) muss einer weniger lärmempfindlichen Nutzung zugewiesen werden.
 
Bei der Änderung einer Bauzone von einer lärmunempfindlichen Nutzung (z.B. Industriezone) in eine Zone mit lärmempfindlicher Nutzung (z.B. Mischzone) können dadurch bestehende, Lärm emittierende Betriebe sanierungsbedürftig werden (Beispiel: Entwicklungsplanung Dreispitz). Zur Planung der zu ergreifenden Massnahmen muss ein Areal-Lärmkataster erstellt werden.
In städtischen Bereichen stehen primär Umnutzungen von so genannten Brachen, seien Sie industrieller Natur oder Bahnareale (im Kanton Basel-Stadt beispielsweise das Erlenmattareal) zur Diskussion. Solche Areale liegen zwar in einer Bauzone, wegen ihrer bisherigen Nutzung gelten sie aber als nicht erschlossen. Erschlossen ist ein Areal, wenn die nötigen Zufahrten, die Energie- und die Wasserver- bzw. Entsorgung vorhanden sind. Bei solchen Parzellen muss bereits zu Beginn der Planung eine Abstimmung des Projektes mit den Anforderungen des Umweltschutzes erfolgen. Im konkreten Fall werden die Immissionen aus der bestehenden Vorbelastung zum Beispiel durch Strassen- und Schienenverkehr ermittelt und die für die Bebauung zulässigen Flächen definiert, bzw. die nötigen Massnahmen ermittelt um die Belastung auf die PW's an den geplanten, neuen lärmempfindlichen Räumen zu reduzieren.



Ausschnitt aus Areallärmkataster Dreispitz/Broadway, Schallausbreitung

Bessere Darstellung:
» Download PDF
(270 KB)

In städtischen Bereichen stehen primär Umnutzungen von so genannten Brachen, seien Sie industrieller Natur oder Bahnareale (im Kanton Basel-Stadt beispielsweise das Erlenmattareal) zur Diskussion. Solche Areale liegen zwar in einer Bauzone, wegen ihrer bisherigen Nutzung gelten sie aber als nicht erschlossen. Erschlossen ist ein Areal, wenn die nötigen Zufahrten, die Energie- und die Wasserver- bzw. Entsorgung vorhanden sind. Bei solchen Parzellen muss bereits zu Beginn der Planung eine Abstimmung des Projektes mit den Anforderungen des Umweltschutzes erfolgen. Im konkreten Fall werden die Immissionen aus der bestehenden Vorbelastung zum Beispiel durch Strassen- und Schienenverkehr ermittelt und die für die Bebauung zulässigen Flächen definiert, bzw. die nötigen Massnahmen ermittelt um die Belastung auf die PW's an den geplanten, neuen lärmempfindlichen Räumen zu reduzieren.

 


Übersicht über das Erlenmattquartier, beidseitig eingeschlossen von lärmunempfindlichen Nutzungen als Lärmriegel gegen die Verkehrsinfrastrukturbauten

Neubauten in lärmbelasteten Gebieten
Wird ein Neubau auf einer bereits erschlossenen Parzelle errichtet und ist an der zukünftigen Fassade der Immissionsgrenzwert (IGW) überschritten, so ist diese so zu gestalten, dass trotzdem in der Mitte des offenen Fensters der IGW eingehalten wird. Nebst einer Anordnung der Räume auf die lärmabgewandte Seite sind gestalterische Massnahmen an der Fassade im Vordergrund. Denkbar sind vorgehängte Glasfassaden, die Belüftung über verglaste Veranden oder Kastenfenster usw.

 


Breite Zentrum/ Kastenfenster mit seitlichem Belüftungssystem

Mehrbelastung der Umwelt durch ein Vorhaben
Bauliche Vorhaben, insbesondere neue publikumsintensive Anlagen, können durch neu induzierten Verkehr zu einer Mehrbelastung der Umwelt führen. Die Auswirkungen sind im Sinne der Abstimmung nach Raumplanungsgesetz so früh als möglich abzuklären. Die Lärmschutz-Verordnung sieht in diesem Zusammenhang vor, dass durch die Mehrbelastung die IGW nicht überschritten werden dürfen oder falls diese bereits überschritten sind, keine wahrnehmbare Erhöhung der Lärmbelastung eintreten darf. Durch eine frühzeitige Prognose über die zukünftige Lärmsituation kann die Planung optimiert werden und durch geeignete Massnahmen, wie z.B. die Einführung von Fahrtenmodellen, die Auswirkungen begrenzt werden.