Landwirtschaft

Gewässerverunreinigungen durch die Landwirtschaft konnten in den letzten Jahren reduziert werden. Gründe dafür sind der Bau von neuen Güllegruben, Mistplätzen, Kleinkläranlagen und Abwasserableitungen sowie die verbesserte Ausbildung der Landwirte.

 


Verteilung von Gülle mit dem umweltfreundlichen Schleppschlauchverfahren. (Quelle: T. Alföldi, FiBL Frick)


Bau einer Güllengrube, Hof Langacker, Thürnen (Bild: Archiv AUE BL)


Für die Produktion von Nahrungsmitteln verwenden die Landwirte Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Je nach Intensität und Art der Bewirtschaftung können durch die Lagerung und Ausbringung dieser Mittel die Gewässer verschmutzt werden. Die kantonalen Behörden sorgen deshalb dafür, dass Hofdünger (Mist, Gülle, Silosäfte) sachgemäss und gewässerschutzkonform gelagert und ausgebracht werden. Ziel ist es, Oberflächengewässer und das Grundwasser vor Verschmutzungen mit Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel zu schützen.
 
Auf den etwa 900 Baselbieter Landwirtschaftsbetrieben, auf denen Tiere gehalten werden, wurden in den letzten Jahren 255 neue Güllegruben und zahlreiche Mistplätze gebaut. Hinzu kommen auf 72 Betrieben Kleinkläranlagen oder Ableitungen in die kommunalen Kläranlagen. Alle Betriebe im Kanton Basel-Stadt und fast alle Betriebe im Kanton Basel-Landschaft verfügen heute über ausreichend bemessene Hofdüngeranlagen. Insgesamt beträgt das Lagervolumen für Gülle im Kanton Basel-Landschaft nun 276'000 m2.
 
Das Gewässerschutzziel, bis 2007 auf allen Betrieben die nötigen Lagerkapazitäten für Hofdünger bereitzustellen, ist erreicht (Art. 77, eidg. GSchG). In den vergangenen Wintern konnte ein Rückgang der Gewässerverunreinigungen durch Hofdünger festgestellt werden. Dies zeigt, dass die Hofdüngerbewirtschaftung auf den Betrieben meist bestens funktioniert. Sollte dennoch ein Hofdüngeraustrag ausserhalb der Zeit des Pflanzenwachstums oder bei ungünstiger Witterung nötig werden, steht die Behörde mit Grundwasserschutz-, Risiko- und Entwässerungskarten beratend zur Verfügung.  
 
Weiterhin wichtige Themen des landwirtschaftlichen Gewässerschutzes bleiben der Bautenerhalt und der Anlagebetrieb gemäss Art. 15 eidg. Gewässerschutzgesetz: Die Landwirte sind dafür verantwortlich, dass die Hofdüngeranlagen und Rauhfuttersilos dicht sind und sachgerecht bedient, gewartet und unterhalten werden. Die kantonale Behörde sorgt dafür, dass der bauliche und betriebliche Zustand der Hofdüngeranlagen aller Landwirtschaftsbetriebe periodisch überprüft wird. Dafür werden in Basel-Landschaft ca. 50 und in Basel-Stadt ca. 3 Betriebe jährlich kontrolliert.
 
Spezielle Anforderungen an die Landwirtschaft werden in den Grundwasserschutzzonen gestellt. Zum Schutz des Grundwassers wurden deshalb im Kanton Basel-Stadt im Jahre 2004 Richtlinien für die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und Grünflächen erarbeitet. So dürfen beispielsweise in der Schutzzone 2 nur Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die in der Hilfsstoffliste des Forschungsinstituts für biologischen Landbau in Frick (FiBL) aufgeführt sind. Die Gülle wird zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen und für eine effiziente Ausnutzung bodennah durch spezielle Schleppschlauchtechnik verteilt.
 
Im Auftrag des Wirtschafts- und Sozialdepartements (WSD) erarbeitete das FiBL 2001 in Zusammenarbeit mit den Landwirten und den Behörden ein Leitbild und ein Konzept zur Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft im Kanton Basel-Stadt. Wichtiger Konsens war, die bestehenden Landwirtschaftsflächen zu erhalten und durch sinnvolle Arrondierungen langfristig überlebensfähige Betriebe zu ermöglichen. Die Arrondierungen wurden 2006 abgeschlossen.