Massnahmen im Bodenschutz

Übersicht
Wenn die Vorsorge versagt hat, müssen bei Bodenbelastungen Massnahmen im Sinne der Gefahrenabwehr für Mensch und Umwelt ergriffen werden. Diese reichen vom Quellenstopp über Nutzungsempfehlungen bis zu Nutzungsverboten und Sanierungen. Rechtsgrundlage dazu ist die Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo vom 1. Juli 1998).
 
Dabei ist zu unterscheiden zwischen Bodenbelastungen mit Schadstoffen und mechanischen Belastungen wie Erosion und Verdichtung. In der Praxis geben in erster Linie stoffliche Bodenbelastungen Anlass für Massnahmen zum Schutze von Mensch, Tier und Pflanzen.
 
Zwischenbilanz
Die systematische Bodenüberwachung in der Region hat in den vergangenen Jahren ein differenziertes Bild der Bodenbelastung mit Schadstoffen ergeben. Handlungsbedarf im Sinne von Massnahmen wie Nutzungsempfehlungen, Nutzungseinschränkungen oder gar Nutzungsverboten ergab sich erfreulicherweise nur in einer beschränkten Anzahl von Fällen. Im Zentrum steht dabei die Gefahrenabwehr für Mensch und Umwelt.
 
Das Bodenbelastungsgebiet Dornach (Kanton Solothurn) mit den betroffenen Baselbieter Gemeinden Aesch, Arlesheim und Reinach stellte die Behörden vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Mit der Orientierung der Betroffenen und der Öffentlichkeit über das genaue Ausmass der Belastung sowie über die nötigen Massnahmen konnte ein wichtiger Meilenstein abgeschlossen werden.
 
Die Siedlungsböden weisen vielerorts deutliche Spuren von Schadstoffen auf. Dem muss namentlich bei Bauvorhaben Rechnung getragen werden. Es gelten spezielle Regeln für die Wiederverwertung von schadstoffbelastetem Boden beim Bauen. Bei grösseren Vorhaben und bei Projekten, die der Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen wird der abzuschälende Boden untersucht und je nach Schadstoffgehalt gesetzeskonform wiederverwertet oder entsorgt.
 
Bei mechanischen Bodenbelastungen wie Erosion und Verdichtung sind zumeist Massnahmen im Sinne der Vorsorge und weniger im Sinne der Gefahrenabwehr angebracht. In Einzelfällen mussten wir direkt eingreifen, um weitere sogenannte off-site Schäden (z.B. Beeinträchtigung von Strassen oder Häusern/Gärten) zu verhindern.
 
Zukunft
Die Belastung der Böden in der Region z.B. mit Schwermetallen ist heute gut bekannt. Massnahmen werden punktuell noch näher zu prüfen und anzuordnen sein. Dies betrifft namentlich den Raum Pratteln. Eine neue Wegleitung des Bundes wird hier sehr hilfreich sein.
 
Bezüglich organischer Schadstoffe beschränken sich die Kenntnisse bislang im wesentlichen auf Dioxine und Furane, Polycyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Organochlorpestizide. In den nächsten Jahren werden weitere Substanzklassen, speziell in Landwirtschaftsböden geprüft werden.

 

Links:
Statusbericht zur Belastung der Baselbieter Böden mit Organochlorpestiziden 2010 (Download PDF)
Statusbericht zu PAK und PCB in Baselbieter Böden 2002 (Download PDF)

Belastung von Böden im Kanton Basel-Landschaft mit polychlorierten Dioxinen und Furanen (PCDD/PCDF) 1991
 (Download PDF)