Mobilfunk

In der Region Basel sind um die 960 Mobilfunkbasisstationen in Betrieb. Es kann heute praktisch überall mit dem Handy ortsunabhängig kommuniziert werden. Mit dieser flächendeckenden Versorgung hat auch die hochfrequente Strahlung durch die Antennen zugenommen. Auf Grund der unmittelbaren Nähe zum Kopf belasten Mobiltelefone die Benutzerinnen und Benutzer aber deutlich stärker als jede Basisstation.

 


Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in der Schweiz lag Mitte 2014 bei nahezu 12 Millionen. (Quelle: ComCom). Der Technologiewandel ermöglicht immer wieder neue und erweiterte Anwendungen. Ein Ende des damit verbundenen Ausbaus der Mobilfunknetze ist nicht absehbar. In den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt waren Anfang 2015 um die 960 Mobilfunkbasisstationen in Betrieb, davon 224 sogenannte Mikrozellen mit geringer Sendeleistung und 69 Anlagen der SBB (GSM-Rail) und des Funksystems der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (Polycom).
 
Die Immissionsgrenzwerte für Mobilfunkstrahlung beziehen sich auf die elektrische Feldstärke und sind frequenzabhängig. Sie betragen 42 Volt pro Meter im Frequenzbereich 900MHz, 58 Volt pro Meter im Frequenzbereich 1800MHz bzw. 61 Volt pro Meter im Frequenzbereich 2100MHz; sie werden überall eingehalten, wo sich Personen aufhalten können. Die strengeren Anlagegrenzwerte für den vorsorglichen Schutz an Orten, wo sich Personen längere Zeit aufhalten, betragen 4 bis 6 Volt pro Meter. Die Einhaltung dieser Anlagegrenzwerte wird bei Mobilfunkstationen erstmalig im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens überprüft, indem eine rechnerische Prognose der Strahlenbelastung in der Umgebung durchgeführt wird.

 


Strahlung in der Umgebung einer typischen Mobilfunkantenne mit einer äquivalenten Sendeleistung von 1000 Watt ERP im Frequenzbereich um 900 MHz. Die Bedeutung der ausgezogenen Linien ist in der Farbskala unten dargestellt (Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU)



Wenn die berechneten Strahlungswerte 80 Prozent des Anlagegrenzwerts überschreiten, muss nach Inbetriebnahme der Anlage eine Messung der Strahlung durchgeführt werden. Für den Vergleich mit dem Grenzwert müssen die Messwerte auf die maximale, d.h. bewilligte Sendeleistung der Anlage hochgerechnet werden. Wird dabei eine Überschreitung des Anlagegrenzwerts festgestellt, wird eine Reduktion der bewilligten Sendeleistung oder eine Verkleinerung des vertikalen Sendewinkelbereiches verfügt; mit dieser Beschränkung werden die Anlagegrenzwerte eingehalten.

 


Das Lufthygieneamt überwacht anschliessend die Einhaltung der Grenzwerte und Betriebsparameter durch Stichprobenkontrollen und Inspektionen in den Zentralen der Netzbetreiber. Auf Grund eines Bundesgerichtsentscheids mussten die Netzbetreiber per Ende 2006 in ihren Betriebszentralen ein zusätzliches Kontrollsystem zur Qualitätssicherung installieren, das die Einhaltung der bewilligten Sendeleistungen und Sendewinkel sichergestellt.
 
Die Strahlenbelastung durch ein Mobiltelefon ist um ein vielfaches höher als diejenige durch eine Mobilfunkantenne, allerdings ist die Strahlung nur während der Gesprächsverbindung vorhanden, während die Mobilfunkantenne rund um die Uhr strahlt.

 


(Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU)

Beim Handy-Telefonieren kann die Strahlenbelastung mit einfachen Massnahmen reduziert werden:

 
Kurz telefonieren
SMS schreiben statt telefonieren
Im Freien und nur bei guter Verbindungsqualität telefonieren
Strahlungsarmes Handy kaufen (SAR-Wert unter 0,4 W/kg)
Weitere Tipps siehe unter Links
 

Links:
Standorte von Mobilfunksendeanlagen:
» www.bakom.ch/themen/frequenzen/00652/00699/index.html

Lufthygieneamt beider Basel, Elektrosmog und Mobilfunk:
» www.baselland.ch/mobilfunk-htm.274426.0.html

Bundesamt für Umwelt (BAFU): Elektrosmog und Mobilfunk:
» www.bafu.admin.ch/elektrosmog/01079/01086