Problemstoffe in Konsumgütern und Anlagen

Mit der immer rascheren Entwicklung neuer Materialien und der Verlagerung der Produktion in Schwellenländer rückt bei uns das Thema «Problemstoffe in Konsumgütern» vermehrt ins Blickfeld. Während einzelne Stoffe (wie Weichmacher in Kunststoffen, Formaldehyd in Holzspanplatten, etc.) direkt zu gesundheitlichen Störungen führen können, steht bei anderen Stoffen die Umweltgefährdung im Vordergrund. Die Chemikalienfachstellen der Kantone koordinieren sich bezüglich der Überwachung solcher Problemstoffe und führen gemeinsame Marktkontrollen durch.
 
In den letzten Jahren haben sich die Chemikalienfachstellen in Basel-Stadt und Basel-Landschaft unter anderem mit den folgenden Problemstoffen vertieft befasst:
 
Bromierte Flammschutzmittel in elektronischen Geräten
Flammschutzmittel in Kunststoffteilen von elektronischen Geräten sollen die Entstehung und Ausbreitung von Geräte-Bränden verhindern. Zu diesem Zweck werden auch Flammschutzmittel eingesetzt, welche das Element Brom enthalten. Verschiedene dieser Verbindungen sind sehr problematisch, wenn sie in die Umwelt gelangen, da sie auf natürliche Weise kaum abgebaut werden und sich daher in Lebewesen anreichern können. Dort bestehen Hinweise, dass die Verbindungen eine krebserregende und hormonaktive Wirkung haben.
Es gilt daher, den Einsatz dieser problematischen Stoffe in den Produktionsländern zu vermindern und bei uns eine korrekte Entsorgung der bereits in Gebrauch stehenden Geräte sicherzustellen. Zur Verbesserung des Kenntnisstandes wurden bei einem Entsorgungsbetrieb für elektronische Geräte die Stoffflüsse genauer untersucht.
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Schwermetalle
Schwermetalle wie Cadmium und Blei stellen eine Gefährdung der Umwelt dar und können durch direkte Aufnahme oder über den Weg der Nahrungsmittel auch den Menschen gefährden. So wirkt sich eine erhöhte Bleiaufnahme auf das Nervensystem aus und kann vor allem bei Föten und Kindern zu geistigen Behinderungen führen. Beim Cadmium haben steht die krebserzeugende Wirkung und die Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit im Vordergrund.
 
Cadmium wird in Batterien und Kunststoffen gezielt eingesetzt und kann durch unsachgemässe Entsorgung in die Umwelt gelangen. Daneben findet es sich aber auch als Verunreinigungen z.B. in Düngern und Verzinkungen.
 
Entsprechend diesen Einsatzgebieten wurden von den Fachstellen einerseits Verzinkungen und Dünger auf Cadmium untersucht andererseits aber auch die Rücknahme von Batterien durch Verkaufsstellen überprüft.
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Dünger
Mit Cadmium belastete Dünger sind in bedeutendem Masse für den Eintrag von Cadmium in Böden und in die Nahrungskette verantwortlich. Im Rahmen einer koordinierten Marktkontrolle wurden daher auch in den beiden Basel Dünger bei Importeuren und Herstellern erhoben und auf Cadmium sowie Nährstoffe untersucht.
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Klimawirksame Treibgase in Spraydosen
Als Beitrag zur Reduktion des Treibhauseffektes wurde in der Schweiz die Verwendung von besonders klimawirksamen Gasen eingeschränkt. So dürfen beispielsweise seit 2004 «teilfluorierte Kohlenwasserstoffe» (HFKW) von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht mehr in Spraydosen eingesetzt werden. Auch bei diesen Produkten haben die beiden Basel im Rahmen einer koordinierten Marktkontrolle Proben erhoben und darauf überprüft, ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.
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Synthetische Kältemittel in Kälteanlagen und Wärmepumpen
In Kälteanlagen und Wärmepumpen werden als Trägermedium Gase eingesetzt, die bei einem Austritt in die Umwelt eine starke Treibhauswirkung haben. Dieses Risiko kann einerseits durch eine strikte Kontrolle und Wartung der Anlagen reduziert werden, andererseits muss bei stationären Grossanlagen auch stets die Möglichkeit von alternativen Kältemitteln überprüft werden.
 
Die Kantone müssen die beteiligten Stellen entsprechend informieren und die Einhaltung dieser Bestimmungen überwachen, damit die Freisetzung der problematischen Gase so gering als möglich bleibt.
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