Ressourcen für die Trinkwasserversorgung

Die grössten Trinkwasserressourcen befinden sich für Basel-Stadt in den Langen Erlen bei Riehen und für Basel-Landschaft in der Muttenzer Hard sowie im Birs- Ergolztal. Im Jahre 2014 bezogen rund 250'000 Menschen in der Region ihr Trinkwasser aus diesen Grundwasserleitern.

 

Der Kanton Basel-Stadt, Allschwil und Binningen werden mit Trinkwasser aus den Langen Erlen und der Muttenzer Hard versorgt (Tabelle 1). Die übrigen Agglomerationsgemeinden haben eigene Wasserversorgungen oder sind in Wasserverbünden zusammengeschlossen. Einen kleineren Teil Ihres Wassers beziehen sie von der Hardwasser AG. Die Wasserabgabe der Hardwasser AG an die Vertragspartner (Abbildung 2) betrug im Jahr 2014 14.2 Mio. Kubikmeter (Tabelle 2).

 


Abb. 1: Die grössten Trinkwasserressourcen in BS und BL


Abb. 2: Wasserversorgungen im Versorgungsgebiet der IWB und der Hardwasser AG


Abb. 3: Die Wasserabgabe der Hardwasser AG an die Vertragspartner


Ort Menge 
Kt. Basel-Stadt 24.65 Mio m3 
Binningen 0.966 Mio m3 
 

Tabelle 1: Trinkwasserabgabe der IWB im Jahr 2014

 
Ort Anteil 
Basel, Riehen und Bettingen (BS) 73.96% 
Allschwil 10.41% 
Binningen 6.79% 
Birsfelden 1.62% 
Wasserwerk Reinach und Umgebung 7.0% 
Münchenstein 0.15% 
Muttenz (Regionenverbund) 0.03% 
ZV Aesch/Dornach/Pfeffingen 0.024% 
 

Tabelle 2: Bezug von Grundwasser aus der Muttenzer Hard
 

 

Die Qualität der Trinkwasserressourcen
Die Trinkwasserressourcen in Basel und der Agglomeration werden durch natürliches Grundwasser sowie durch dessen Anreicherung mit Rhein- und Birswasser gebildet.

Die beiden grossen Wasserwerke der IWB in den Langen Erlen und der Hardwasser AG im Hardwald stützen sich auf die Grundwasseranreicherung mit Rheinwasser. Das angereicherte Grundwasser aus der Muttenzer Hard besteht aus rund 98% und das der Langen Erlen aus 40-80% Rheinwasserinfiltrat. Die Qualität des Rheins spielt somit in der Trinkwassergewinnung der Region eine zentrale Rolle.

Die Qualität des Rheins wird in Basel (Messstelle Rhein km 163.9) quasi kontinuierlich überwacht. Die Proben werden in den Anlagen der IWB automatisiert entnommen und aufbereitet. Die Rohwasserqualität weist beste Voraussetzungen auf für die naturnahe Aufbereitung über die künstliche Grundwasseranreicherung. Die Konzentration an organischen Substanzen (DOC) im Rheinwasser hat beispielsweise in den letzten Jahren von über 2 mg/L auf 1.5-1.7 mg/L (Rheinwasser bei Pratteln, 2010) abgenommen.

Früher war die Wasserqualität des Rheins jedoch wesentlich schlechter, was zu einer Belastung des Grundwasserleiters führte, die heute noch festgestellt werden kann. Dies ist einer der Gründe, weshalb das Trinkwasser aus den Langen Erlen und dem Hardwald mit einem Aktivkohlefilter aufbereitet wird.

Im Birstal wird das Grundwasser durch die Infiltration von Birswasser angereichert. Nur im Ergolztal reicht die natürlicherweise vorhandene Menge an Grundwasser für die Versorgung aus. Das Grundwasser im Birstal zeigt kaum Verunreinigungen mit Spurenstoffen, im unteren Ergolztal ist durch die hohe Infiltration von Ergolzwasser ins Grundwasser teilweise ein Einfluss durch die Flusswasserbelastungen zu sehen.

Das Kantonale Laboratorium BL führt in den Wasserversorgungen regelmässig Trinkwasserkontrollen durch. Dabei werden verschiedene mikrobiologische und chemische Parameter untersucht. Aufgrund der Nähe einiger Trinkwasserfassungen zu den Flüssen, sind Desinfektionsanlagen für die Trinkwasseraufbereitung eingebaut. Eine weitergehende Trinkwasseraufbereitung ist heute jedoch nicht notwendig.

Hygienisch-mikrobiologisches Messprogramm

Wie auch in den europäischen Ländern, dienen in der Schweiz Indikatorkeime für die Beurteilung der hygienisch-mikrobiologischen Qualität des Trinkwassers. Zu den Fäkalindikator-Parametern gehören E. coli und Enterokokken, deren Anwesenheit pathogene Keime anzeigen können. Zusätzlich werden Clostridium perfringens, Coliforme Bakterien und aerobe mesophile Bakterien im Roh-, Grund- und Trinkwasser untersucht. Mit den hygienisch-mikrobiologischen Untersuchungen des Rohwassers sollen die Einflüsse der Kläranlagen sowie die Qualitätsentwicklung des für die künstliche Grundwasseranreicherung Rheinwassers erfasst und beurteilt werden. Der gesamte Reinigungsprozess des Rohwassers über Sandfiltration und Bodenpassage führt grundsätzlich zu einer Grundwasserqualität, die den Anforderungen an Trinkwasser entsprechen. Fäkalindikatoren können nach der Bodenpassage im Grundwasser nicht mehr nachgewiesen werden. Die aeroben mesophilen Keime werden praktisch vollständig entfernt (> 99.99%).

 

Übersicht über die Untersuchungsprogramme

Das Wasserlabor der IWB wendet in den Langen Erlen und im Hardwald folgende analytischen Verfahren an:
 
 

 
Mikrobiologische Verfahren (AMK, E. coli, Enterokokken, Clostridien)
Klassische chem./phys. Verfahren wie DOC, UV-Extinktion, AOX etc.
Untersuchung auf organische Spurenstoffe wie Pestizide, LHKW, Komplexbildner, PAK.
GC/MS – Screening: Messungen von unbekannten Mikroverunreinigungen im Roh- und Grundwasser (z.B. Einflüsse Industriebetriebe, belastete Standorte im Umfeld der Hard)
Sonderuntersuchungen auf Problemstoffe wie endokrin wirksame Substanzen, Arzneimittelrückstände, Hormone
Periodische Bodenuntersuchung (z.B. Schwermetalle, Phthalate)
Grundwasser-Monitoring: Partikelzähler
 

Weitere Information können sie auf der Website der IWB finden:
» www.iwb.ch/de/privatkunden/wasser/trinkwasser-qualitaet/