Tankanlagen

In Tankanlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten werden neben Heizöl, Dieselöl und Benzin auch Chemikalien aller Art wie beispielsweise Säuren und Laugen gelagert. Das Niveau bezüglich des Gewässerschutzes ist erfreulich hoch.
 
Entwicklung
In den 50er und frühen 60er Jahren wurden im Zuge des Erdölbooms in der Schweiz hunderttausende von Tankanlagen errichtet. Dabei wurde weder auf nahe gelegene Trinkwasserfassungen oder Oberflächengewässer noch auf besondere Schutzvorkehrungen bei den Tankanlagen geachtet. Tanküberfüllungen und -leckagen mit oft Tausenden von Litern Verlust waren an der Tagesordnung. Erst im Jahr 1967 wurde die erste Tankverordnung und kurz darauf im Jahr 1972 die «Verordnung über den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Flüssigkeiten» (VWF) erlassen. Damit wurde das noch heute gültige Prinzip des Verhinderns, des leichten Erkennens und des Zurückhaltens von Flüssigkeitsverlusten begründet. Konkret bedeutete dies, dass bei Tankanlagen fortan doppelte künstliche Barrieren verlangt wurden (z.B. doppelwandige, überwachte Tanks oder Tanks in Auffangwannen). Zudem wurde eine regelmässige Kontrolle - in der Regel ein 10-jähriger Tankrevisions- und ein 1-2-jähriger Leckschutzwartungs- Turnus vorgeschrieben. Diese Vorschriften wurden in rascher Folge verfeinert und durch zahlreiche Regeln (Stand der Technik) ergänzt. Im Zuge dieser Regulierungen entstand eine bedeutende Tankbranche (Tankrevisionsfirmen) und in den Umweltämtern der Kantone und des Bundes wurden eigene Tankabteilungen geschaffen, welche die Einhaltung der Vorschriften und die Arbeiten der privaten Firmen kontrollierte.

 


Wassergefährdende Flüssigkeiten beeinträchtigen Mensch und Umwelt massiv, wenn sie nicht sicher gelagert sind.

Aufgaben
Damit die Umweltgefährdung so gering wie möglich gehalten werden kann, müssen Tankanlagen mit den Sicherheitseinrichtungen periodisch geprüft, gewartet und kontrolliert werden.
 
Diese Aufgaben nehmen die kantonalen Behörden, als hoheitliches Vollzugsorgan und die Fachfirmen war. Trotz diesen Überwachungen ist der Eigentümer der Anlage für die Sicherheit inkl. Brandschutz verantwortlich.
Eines der wichtigsten Hilfsmittel der kantonalen Behörden zur Überwachung der Tankanlagen ist der Tankkataster, eine Datenbank, welche nebst den technischen Daten und den Eigentumsverhältnissen auch die fälligen und erledigten Revisionstermine bzw. Sanierungsfristen sämtlicher Anlagen enthält. Damit ist es möglich, eine beinahe 100-prozentige Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.

 

Aufwand

Behördlicher Aufwand von 2014-2015:   BS   BL 
Aufforderungen zur Tankkontrolle  59 800 
Mahnungen zu Tank- und Funktionskontrollen   307 
Ersatzvornahmen   0  
 

 
Erfolg
Durch diese Massnahmen können die meisten defekten Anlagen eruiert und entsprechend saniert oder ersetzt werden.
 
Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, zeigen die wenigen Unfälle in diesem Bereich. Die meisten Fälle sind auf unsachgemässem Umschlag zurückzuführen.

 
  BS   BL 
Undichte Tankanlagen   0  
Überfüllungen   2  
 

Ausblick
1 Liter Heizöl kann 1 Million Liter Wasser unbrauchbar machen. Ein ähnliches Gefährdungspotential zeichnet auch andere wassergefährdende Flüssigkeiten aus. Bei der Lagerung und beim Umschlag solcher Flüssigkeiten ist deshalb äusserste Vorsicht geboten. Deshalb müssen auch künftig diese Anlage sorgsam unterhalten werden.
 
Angesichts des Spardruckes auf Bund und Kantone haben diese entschieden, die intensive Betreuung dieses Aufgabenbereichs zu reduzieren. Der Bund, dessen Hauptaufgabe neben der Erarbeitung von Vorschriften, der Beratung und der Oberaufsicht v.a. der Vollzug des Zulassungsverfahren für Anlageteile war, hat sich per Anfang Jahr 2007 gänzlich aus diesem Aufgabenbereich zurückgezogen. Die «Verordnung über den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Flüssigkeiten» (VWF) wurde aufgehoben und die wichtigsten Grundsätze daraus in die übrige Gewässerschutz-Gesetzgebung integriert. Nach der Verabschiedung der Gesetzesänderungen, sind die Kantone dadurch gezwungen, enger zusammen zu arbeiten und sich auf diejenigen Anlagen zu konzentrieren, von denen aufgrund ihres Standortes eine konkrete Gefahr für die Umwelt ausgeht.

 

Anlagebestand
In Basel-Landschaft sind 31’000 Tankanlagen erfasst.
 
In nebenstehender Grafik wird die Anzahl von Tankanlagen in Basel-Stadt und deren Inhalt in Liter dargestellt. Beachtlich ist die gelagerte Menge bei den Grosstankanlagen. Das Grosstanklager der Migrol AG wurde im Winter 2011/12 stillgelegt. Die gesamte Lagermenge an wassergefährdenden Flüssigkeiten hat sich deshalb im Kanton Basel-Stadt um über ein Drittel reduziert.



Anzahl Tankanlagen in Basel-Stadt