Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

Der Gewässerschutz-Pikettdienst ist zuständig für alle Unfälle und Havarien mit wassergefährdenden Stoffen. Die Weiterleitung von Informationen über Verunreinigungen an die zuständigen nationalen und internationalen Stellen gehört dabei zu den wichtigsten Aufgaben.
 
Organisation Gewässerschutz-Pikettdienst
Die beiden AUE unterhalten je einen Gewässerschutz-Pikettdienst, der bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen, Gewässer- und Geländeverunreinigungen, spezifischen Ereignissen in der chemischen Industrie oder bei Hochwassersituationen unverzüglich die notwendigen Sofortmassnahmen anordnen muss. Die Gewässerschutz-Pikettdienste fungieren gemäss eidgenössischer Gewässerschutzgesetzgebung als Gewässerschutzpolizei der Kantone und sind in dieser Funktion für den Schutz der Gewässer zuständig.

 


Zeitungsausschnitt der Brandkatastrophe von Schweizerhalle, als giftiges Löschwasser in den Rhein gelangte.


Gewässerverschmutzungen
Die gemeldeten und von den Pikettdiensten behandelten Gewässerverschmutzungen werden in separaten Schadenkatastern erfasst und ausgewertet. Die Auswertungen zeigen die zahlenmässige Entwicklung der Schadenfälle in den verschiedenen Bereichen und geben so wichtige Hinweise über notwendige Massnahmen in der Schadenvorsorge. Zudem muss aufgrund des Ablaufs eines Schadenereignisses die Organisation, die Infrastruktur wie auch die Kommunikation innerhalb und ausserhalb des Bereitschaftsdienstes laufend hinterfragt und wo nötig angepasst werden.
 
Nationale und internationale Alarmierung
Unfälle im Schweizer Einzugsgebiet des Rheins (ca. 70% der Landesfläche) werden im Rahmen des «Warnplan Hochrhein» von den Polizeieinsatzzentralen flussabwärts gemeldet. Empfänger der Meldungen ist letztlich die beim baselstädtischen Amt für Umwelt und Energie (AUE) angesiedelte Internationale Hauptwarnzentrale (IHWZ). Sie übernimmt eine Relaisfunktion zwischen nationaler und internationaler Alarmierung. Relevante Informationen werden nach einem festgelegten Meldemuster, dem so genannten «Warn- und Alarmplan» an die Rheinunterlieger weitergeleitet. Aufgrund der vielen Chemiebetriebe und der Hafenanlagen in der Nordwestschweiz und dem grenznahen Ausland besteht zusätzlich der «Trinationale Alarm», der eine schnelle Kommunikation zwischen den Polizeieinsatzzentralen der Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie der Städte Lörrach (D) und St. Louis (F) ermöglicht.