Vorsorge im Bodenschutz

Übersicht
Vorsorge ist eines der Grundprinzipien des Umgangs mit der Umwelt. Erst gar nicht angerichtete Schäden müssen auch nicht beseitigt werden. Für das Umweltgut Boden gilt das ganz besonders. Überbaute Böden sind zerstört, Schadstoffe in Böden können nicht mehr beseitigt werden, erodierte Böden sind verloren.
 
Vorsorgendes Handeln zum Schutz der Böden ist bei vielen Akteuren nötig. Auf den nachstehenden Seiten seien deshalb exemplarisch Beispiele aus der letzten Zeit herausgegriffen.
 
Vorsorge setzt Wissen über das Schutzgut und Sensibilisierung zum sorgfältigen Umgang mit ihm voraus. Dies ist beim Boden nicht selbstverständlich gegeben. Er ist nur erschwert zugänglich und er wird oft mit negativen Assoziationen wie «Dreck» verbunden. Boden – Mutter Erde – «Härd» ist aber eine faszinierende und mit unzähligen Organismen belebte Lebensgrundlage
 
Zwischenbilanz
Das Wissen um die Empfindlichkeit und die Schutzbedürftigkeit der Ressource Boden ist in den letzten Jahren gewachsen. Dazu hat viel Öffentlichkeitsarbeit beigetragen. Diese Sensibilisierung ist in intensiver Detailarbeit vertieft worden. Verschiedenste Akteure zeigen heute eine sorgfältigeren Umgang mit Böden.
 
Zusätzlich wissen wir heute wesentlich mehr über die Böden der Region und sind daran, eine grossen Lücke zu schliessen: die Waldböden. Gegenwärtig werden die Kenntnisse über die Waldböden vertieft. Diese nehmen über 40% der Fläche in der Region ein und erfüllen wichtige Aufgaben für Mensch und Umwelt.
 
Bei der Landwirtschaft halten sich in den letzten Jahren positive und weniger positive Beiträge zur Vorsorge im Bodenschutz ungefähr die Waage. Dem verringerten Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln stehen negative Entwicklungen bei Erosion und Verdichtung gegenüber.
 
Viele Bodenanliegen können über die kantonale und kommunale Raumplanung, über Umweltverträglichkeitsprüfungen, über Stellungnahmen zu bodenrelevanten Vorhaben oder über Baubewilligungen im Sinne der Vorsorge eingebracht werden. Diese Instrumente haben sich als wirksam bewährt.
 
Zukunft
Vorsorgender Bodenschutz ganz wesentlich mit Raumplanung verknüpft. Es ist wichtig, Bodenanliegen speziell in der kommunalen Planung noch besser zu verankern. Dazu sollen Handlungsvorschläge erarbeitet und bekannt gemacht werden.
 
Beim Bodenwissen wird das Augenmerk künftig auch den Siedlungsböden zu gelten haben. Unsere Siedlungen haben – nebst der überbauten Fläche – auch überraschend viele Freiflächen. Deren Böden sind wohl stark durch den Menschen beeinflusst und oft auch mit Schadstoffen belastet. Gleichzeitig erfüllen sie aber wichtige Funktionen. Der Mensch erholt sich auf ihnen, er bepflanzt sie, sie filtern Regenwasser und reichern das Grundwasser an.
 
Weiterhin kritisch aus Bodensicht zu begleiten ist die Entwicklung der Landwirtschaft.
 
Sorge bereiten die zunehmenden Nutzungskonflikte in der bislang noch freien Bodenfläche zwischen Wald und Siedlung. Die temporäre Inanspruchnahme von Böden ist nur ein Aspekt davon. Der Druck von Freizeiteinrichtungen, Ver- und Entsorgungsanlagen oder Verkehrsverbindungen sind weitere Beispiele. Aus Sicht des Bodens gilt hier des öfteren: weniger wäre mehr. Der Bodenschutz wird sich in raumplanerischen Abwägungen weiterhin Gehör verschaffen müssen.